Ausbildung oder Studium? Immer häufiger wird sich für das Studium entschieden und Unternehmen ringen um die verbliebenen Kandidaten. Neue Ansätze müssen geschaffen werden als auch Wege der Ansprache, um überzeugen zu können. Aus diesem Grund habe ich heute Gunnar Basner bei mir sitzen. Mit ihrem HR-Startup „PitchYou“ bieten sie Recruiting direkt per WhatsApp an. Mal schauen, wie Recruiting mit der meist genutzten App der Welt alias “WhatsApp” aussieht. Als Special Guest habe ich heute auch Malena bei mir. Sie ist in der 12. Klasse, macht gerade ein Praktikum bei uns und versteht die Zielgruppe Gen Z am besten. Aus diesem Grund stellt sie im Anschluss noch 3 Fragen an Gunnar zu PitchYou. Let‘s talk.

HRtalk: Hallo Gunnar, stell dich den Lesern doch kurz vor, wer steckt hinter PitchYou? Wie kamst du in die HR-Szene?

Hallo Philipp. Sehr gerne, ich bin Gunnar Basner, Scrum Master und der technisch Verantwortliche der Produktentwicklung von PitchYou. Persönlich bin ich ein Familienmensch und großer Rennrad- und Fußball-Fan. Ersteres selber fahren, Zweiteres selber schauen. *lacht*

Wir sind ein junges, Tech-getriebenes Unternehmen und suchen immer nach innovativen Lösungswegen für unsere Kunden. Mit PitchYou wollen wir auf der einen Seite die Hürden für Bewerber radikal abbauen und für sie eine Art Komfortzone schaffen. Und auf der anderen Seite durch Automatisierung und schlaue Features dem Recruiter die Arbeit erleichtern.

90 % aller Jobsuchenden nutzen WhatsApp für die tägliche Kommunikation.

HRtalk: Was ist die konkrete Idee von PitchYou und was ist euer USP?

Die Idee von PitchYou ist es den wahrscheinlich einfachsten Bewerberkanal mit einem ebenfalls einfachen, aber leistungsfähigen Bewerbermanagementsystem zu verbinden.

90 % aller Jobsuchenden nutzen WhatsApp für die tägliche Kommunikation. Wir öffnen diesen Kanal für Bewerbungen. Der Bewerber muss nur ein kurzes und einfaches Interview mit dem PitchYou Chat-Bot führen, statt langwierig Lebenslauf oder Anschreiben zu formulieren.

Dem Recruiter helfen wir im Bewerbermangementsystem mit einer Voreinschätzung von Kandidaten. Unser Matching-Algorithmus muss dafür nur wissen, welche Interview-Fragen dem Recruiter besonders wichtig sind. Außerdem nutzen wir natürlich auch WhatsApp, um die weitere Kommunikation für zum Beispiel Rückfragen und Terminabsprachen mit dem Bewerber abzuhandeln.

HRtalk: Recruiting per Matching-Algorithmus wie genau kann ich mir das vorstellen und ab welchem Punkt endet eure Unterstützung?

Unsere Matching-Algorithmen prüfen vom Recruiter definierte Eignungskriterien und helfen so bei der Vorauswahl von Kandidaten. Aber PitchYou unterstützt auch weiter bei der Entscheidungsfindung, das heißt der eigentlichen Personalauswahl.

Dabei können Mitarbeitern, die keinen Zugang oder Bezug zu PitchYou haben, leicht Profile zur Verfügung gestellt werden, um deren Meinung einzuholen. Auch können alle Inhalte des Interviews, also auch Selfie oder Motivationsvideo angesehen und kommentiert werden.

Wenn Du als Recruiter das Profil mal schnell dem Filialleiter zur Ansicht zukommen lassen willst und unkompliziert eine Rückmeldung benötigst, ist das der einfachste Weg. Darüber hinaus ist die integrierte Chat-Funktionalität ein Instrument, mit dem der Recruiter spontan und direkt offene Punkte mit dem Bewerber klären kann. Du musst Dir das so vorstellen, dass der Recruiter in PitchYou ein Chat-Fenster hat und seine Nachrichten bei dem Bewerber in WhatsApp ankommen und umgekehrt. Das hilft natürlich auch beim Onboarding.

PitchYou Rundgang:

  • Job-Dashboard mit Staging (auch automatisierbar)
  • Bewerberprofil mit automatischer Zuordnung zum Einsatzort
  • Staging der Bewerber
  • Bewerbermanagement-Aktionen
  • Stakeholder einbeziehen
  • Auditfähiges Aktionsprotokoll
  • Komplexe Fragenbäume
  • Auf Antworten eingehen

PitchYou will ein echtes Gespräch mit dem zukünftigen Azubi entstehen lassen

HRtalk: Bisher seid Ihr hauptsächlich im Blue Collar Bereich unterwegs, wie sieht eure Lösung für den Azubimarkt aus? Inwiefern gibt es Unterschiede im Prozess oder Struktur?

Das stimmt. Bei gewerblichen Jobs funktioniert PitchYou perfekt. Das zeigt die Erfahrung bei unseren Kunden. Im Blue Collar Bereich bewerben sich Menschen auf einen konkreten Job. Da geht es bei den WhatsApp-Interviews gleich um die Fakten (Arbeitszeit, Erfahrung, Startdatum).

Im Ausbildungsbereich muss man da natürlich etwas anders vorgehen. Schüler, die einen Ausbildungsplatz suchen, sind viel offener und breiter aufgestellt. Da macht es Sinn als Unternehmen erst einmal ein paar Optionen aufzuzeigen und abzufragen, für welche Bereiche sich der Schüler interessiert und was ihm/ihr wichtig ist. Schließlich geht es um eine Berufsentscheidung.

PitchYou will ein echtes Gespräch mit dem zukünftigen Azubi entstehen lassen.  Interessenten sollen sich abgeholt und wertgeschätzt fühlen. Das Unternehmen kann Schüler kennen lernen und umgekehrt: Auf die Antworten von Kandidaten kann das Unternehmen mit Hilfe des PitchYou-Bots auch konkret reagieren und zeigen, was es zu bieten hat.

HRtalk: Recruiting über WhatsApp ist ja schon sehr persönlich. Kommen wir direkt zu meiner Pain-Frage, wie sieht das mit dem Datenschutz aus? Vor allem beim Ausbildungsmarketing kommt es oft vor, dass Schüler noch nicht volljährig sind.

Ja, das ist definitiv ein sehr wichtiges Thema, was wir von Beginn der Entwicklung an sehr ernst genommen haben. Wir setzen WhatsApp DSGVO-konform ein, indem wir uns einerseits das explizite Einverständnis des Bewerbers zur Nutzung von WhatsApp einholen und andererseits mit unseren Kunden eine Vereinbarung zur Auftragsdatenverarbeitung schließen.

Keiner muss volljährig sein, um WhatsApp zu nutzen. WhatsApp selbst gibt das Mindestalter mit 16 Jahren an. Wir gehen da auf Nummer sicher. Wenn die obligatorische Frage nach dem Geburtsdatum in einem Interview ergibt, dass der Bewerber unter 16 ist, brechen wir das Interview ab und verweisen ihn/sie auf andere Bewerbungsmöglichkeiten.

PichYou VS. Social-Media-Recruiting

HRtalk: Einer der großen Trends dieses Jahr ist das Active-Sourcing über Social-Media Ads, auch Social-Media-Recruiting. Im Battle PichYou VS. Social-Media-Recruiting, wer hat die Nase vorn?

Naja. Ich finde der Vergleich hinkt da ein wenig. PitchYou ersetzt ja kein Social-Media-Recruiting. Es öffnet erstmal nur WhatsApp als Bewerberkanal. Was im Zusammenspiel mit Social-Media-Recruiting natürlich super funktioniert. Jemand der das Handy schon in der Hand hat und ein Instagram-Angebot für einen Ausbildungsplatz sieht, kann durch einen einfachen Klick gleich WhatsApp starten und ein Interview machen. Ohne Medienbruch. Mit dem gleichen Gerät. Man muss eben keinen Lebenslauf schicken und keine E-Mail formulieren.

HRtalk: Jetzt mal eine persönliche Frage, „Scrum Master“ ist für viele noch ein Unbekannter Begriff. Was sind die Aufgaben eines Scrum Master z.Bsp. bei PitchYou?

Ein Scrum Master ist jemand, der dafür sorgt, dass die Software-Entwicklung gut funktioniert. Das coole daran ist, dass man das nicht durch Prozessvorgaben oder der Einführung von Tools macht, sondern ganze einfach indem man alle erdenklichen Hindernisse, die es dem Entwicklungsteam schwer machen, optimal vorwärts zu kommen aus dem Weg räumt. Als Scrum Master sorge ich dafür, dass es dem Entwicklungsteam so gut geht, dass sie begeistert Software entwickeln. Das ist zwar jeden Tag neu herausfordernd, macht aber allen Beteiligten unheimlich Spaß. Wenn man sieht, wie schnell sehr gute Software entstehen kann.

HRtalk: Gunnar herzlichen Dank für deine Zeit, bevor ich an Malena weitergebe, habt ihr noch irgendwelche Abschlussworte für die Leser und wie kann man euch am besten erreichen, wenn man mehr über PitchYou erfahren möchte?

Auf unsere Website www.pitchyou.de findet man eingentlich alles, was man über PitchYou wissen muss. Interessant sind auch die Tutorials. Dort kann man am besten entdecken, wie die Software aussieht und funktioniert. Man kann mich auch einfach direkt kontaktieren gunnar@pitchyou.de.

Bühne frei für Malena, welche Fragen hast du zu PitchYou?

Malena: Der Matching Algorithmus klingt ja erst mal sehr praktisch. Allerdings achtet der Mensch nicht nur auf die Kompetenzen, die ein Schüler kann, sondern achtet auch auf sein Bauchgefühl, ob derjenige zum Unternehmen passt oder die wichtigen Kompetenzen noch entwickeln kann im Beruf. Kann euer Computer das auch?

Ganz wichtig. Unsere Software macht kein sogenanntes Profiling. D. h. sie entscheidet nicht, wer geeignet ist und wer nicht. Sie gibt dem Personaler oder Ausbildungsleiter nur Tipps, welcher Kandidat die besten Antworten gegeben hat. Die Entscheidung, wer eingestellt wird und auch das Bauchgefühl bleiben bei den Menschen im Unternehmen. Das wird Software nie erstetzen.

Malena: In der Schule bekommen wir im Alltag sehr wenig von Ausbildungsmöglichkeiten mit. Ausgenommen in den Berufswochen. Flyer lese ich mir auch nicht unbedingt durch. Mit welchen Medien erreicht ihr uns Schüler?

Unsere Kunden nutzen diverse Kanäle, um die Aufmerksamkeit von potentiellen Azubis zu wecken. Die Klassiker dabei sind sicherlich YouTube und auch immer noch Facebook, aber auch Snapchat oder TikTok. Und wenn sie alles richtig machen, liefern Sie dabei noch einen Link auf ein PitchYou-Interview mit aus und integrieren den WhatsApp Bewerberkanal gleich mit in das jeweilige Social Media Angebot.

Malena: Bei den meisten Onlineportalen (Karriereseiten) muss man sich registrieren. Muss man das auch bei euch?

Nee. Das wäre doch schon wieder kompliziert. Bei uns scannst du einen QR-Code oder klickst in einem Social Media Post auf einen Link und los geht’s. Natürlich müssen wir ein paar rechtliche Dinge beachten und z. B. erstmal deine Handy-Nummer abfragen. Aber mit einer komplizierten Registrierung hat das nichts zu tun.


Who’s talking here?

Gunnar Basner - Scrum Master bei PitchYou

Gunnar Basner ist Geschäftsführer Entwicklung der software-group und einer der Macher von PitchYou. Als Lead-Developer und zertifizierter Scrum Master im SAP Umfeld hat er viele Jahre Erfahrung in der agilen Entwicklung von Enterprise-Software. Gemeinsam mit seinem Team bietet er mit ‘PitchYou – Recruiting per WhatsApp’ automatiserte Jobinterviews per Messenger an.

Mehr Infos unter https://www.pitchyou.de

Malena ist in der 12. Klasse und macht bei uns (StudyAds) gerade ein freiwilliges Praktikum. Zu einen ihrer Aufgaben gehört der GenZ-Proof von internen und externen Entscheidungen. Bei StudyAds lernt sie die Aufgaben einer Personalmarketing-Agentur kennen und die grafische Umsetzung von Employer Branding Kampagnen. Als persönlichen Wunsch belegt sie ebenfalls einen Programmier-Kurs um ihre technische Expertise zu erweitern.