Denkfehler im Recruiting: Der Kandidatenmarkt ist leer – von wegen!

Der Fachkräftemangel ist derzeit das dominierende Thema im Recruiting. Nie gab es weniger frei verfügbare Talente auf dem Arbeitsmarkt. Nie gab es mehr offene Stellen. Das heißt aber nicht, dass der Kandidatenmarkt leer wäre. Das ist ein weit verbreiteter Denkfehler im Recruiting. In diesem Artikel erklären wir dir, warum und was du dagegen machen kannst.

Der War for Talents ist allumfassend

Es herrscht Fachkräftemangel. In vielen Branchen, Berufen und Regionen ist es nur noch schwer möglich, offene Vakanzen zu besetzen. Heißt es. Aber ist das wirklich der Fall oder fokussieren sich Recruiter*innen vielleicht einfach nur auf die falsche Zielgruppe? Wir sind der Meinung: Letztes ist der Fall. Mit ein paar Anpassungen deiner Recruiting-Strategie findest du schnell mehr Talente. 

Wo genau liegt das Problem? Vor allem darin, dass sich Personalsuchende in ihrem Recruiting nach wie vor auf aktiv suchende Talente konzentrieren. Das sind die Personen, die sich in Jobbörsen gezielt nach einer neuen beruflichen Herausforderung umsehen. Und von diesen gibt es tatsächlich immer weniger. Denn in Deutschland herrscht in einigen Branchen nahezu Vollbeschäftigung. Die meisten Arbeitnehmenden stehen in Lohn und Brot. Diese bewegen sich nicht auf Jobbörsen. Das heißt aber nicht, dass diese nicht für deine Jobangebote empfänglich wären. 

Wechselwilligkeit deutscher Arbeitnehmender auf Rekordhoch

Dafür sprechen die Ergebnisse einer aktuellen Gallup-Studie: Noch nie war die Wechselwilligkeit deutscher Arbeitnehmender höher. Insgesamt hegen 42 Prozent der Befragten innerhalb der nächsten drei Jahre Wechselabsichten. Damit könnte sich in Deutschland eine Kündigungswelle fortsetzen, die im vergangenen Jahr bereits in den USA zu beobachten war. Dort haben im Jahr 2021 fast 69 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz an den Nagel gehängt. Für dieses Phänomen setzte sich die Bezeichnung „The Great Resignation“ durch.

Der Grund: Die Coronazeit hat Spuren hinterlassen. Nach zwei mehr als turbulenten Jahren, fühlt sich mehr als jede*r Dritte*r ausgebrannt. Die Burn-out-Quote unter Arbeitnehmenden ist laut der Gallup-Untersuchung binnen eines Jahres von 26 auf 35 Prozent gestiegen. Also um fast neun Zählerpunkte. Für fast 30 Prozent der Arbeitnehmenden entpuppte sich vor allem das Dauerhomeoffice der vergangenen Monate als Fluch. Viele hatten Probleme, Job und Alltag voneinander zu trennen und sind jetzt so ausgelaugt, dass sie nur noch von ihrem Unternehmen weg wollen. 

Nimm die Zielgruppe der latent Wechselwilligen ins Visier

Das ist deine Chance – nutze sie. Und zwar, indem du dich in deinem Recruiting genau auf diese Zielgruppe fokussierst – die der latent Wechselwilligen. Aber wie erreichst du sie? Zum Beispiel über soziale Medien wie Facebook und Instagram. Hier kannst du über dein Bewerbermanagementsystem unkompliziert deine Stelleninserate schalten. Das Besondere: Diese lassen sich exakt an deine gewünschte Zielgruppe ausspielen. Und zwar völlig unabhängig davon, ob diese aktiv auf Jobsuche ist oder zu der wachsenden Schar an Wechselwilligen gehört. 

Das Ganze funktioniert denkbar einfach: Du gibst die Skills an, auf die es dir ankommt.  Sprachkenntnisse etwa, Berufserfahrung und Interessen. Und im nächsten Schritt erscheinen deine Social Media Ads dann schon automatisch in den Timelines der Personen, die du erreichen willst. 

Steigere die Performance deiner Social Media Kampagne

Du kannst den Recruiting-Erfolg deiner Kampagnen noch einmal steigern, indem du die Performance deiner Social Media Kampagne fortlaufend überwachst und diese anpasst, wenn sie nicht den erhofften Erfolg bringt. Oft bewirken bereits kleine Veränderungen Wunder. Ein anderes Bild, eine andere Headline oder ein anderer Text, der die Zielgruppe noch mehr anspricht. 

Damit sind deine Möglichkeiten, latent Wechselwillige zu erreichen aber noch lange nicht ausgereizt. Du kannst deine Stellenanzeigen ergänzend auch im Display Netzwerk von Google schalten. Dazu gehören verschiedenste Online-Portale: Newsseiten, Shops und Blogs zum Beispiel. 

Schalte Job-Ads im Google-Netzwerk

Diese bieten Bannerplätze an, die du „mieten“ kannst, um deine Job-Ads zu promoten.  Das bedeutet: Du schaltest Banner auf verschiedensten Online- Portalen, die mit den Jobinseraten, die du bewerben willst, verlinkt sind. Ein Klick auf den “Mehr Erfahren”-Button im Banner bringt die Talente dann direkt zu deiner Stellenanzeige.

Auch über das Google Display Netzwerk erreichst du latent Wechselwillige. Denn genauso wie es bei Facebook und Instagram der Fall ist, unterscheidet der Algorithmus, der die Jobinserate passend zu deiner Zielgruppe auf verschiedenen Online-Portalen ausspielt, nicht, ob es sich dabei um aktiv Suchende oder Wechselwillige handelt. 

Fazit

Nie standen die Chancen besser, latent wechselwillige Fachkräfte mit dem richtigen Recruiting-Mix zu erreichen. Allerdings tummeln sich diese nicht auf Stellenbörsen wie Monster oder StepStone. Wenn du sie in dein Recruiting einbeziehen willst, solltest du dein Social Media Recruiting intensivieren und über die Schaltung von Stellenanzeigen über das Google Display Netzwerk nachdenken. Mit der richtigen Recruitingsoftware gelingt beides mit wenig Aufwand. Es stimmt also nicht, dass es wegen des Fachkräftemangels keine Talente mehr gibt. Sie müssen nur auf anderen Wegen angesprochen werden.

Über den Autor Dominik Becker

Dominik Becker von Mana HR über Denkfehler im Recruiting

Dominik Becker ist bekennender HR-Enthusiast und Recruiting-Spezialist. Jahrelang konnte er IT-Fachkräfte für eine Vielzahl von Unternehmen gewinnen und hat gleichzeitig immer wieder am eigenen Leib erfahren, wie herausfordernd es ist, im Recruiting aus der Masse herauszustechen und sich als attraktiver Arbeitgeber zu platzieren. Dominik’s Ansicht nach hat erfolgreiches Recruiting viel mit Marketing zu tun. Da ihm das in HR-Software zu wenig Beachtung bekommt, hat er 2019 zusammen mit seinen langjährigen Freunden Manuel und Nawid mana HR gegründet.

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