Verborgene Kompetenzen ihrer Mitarbeiter steigern den Erfolg ihres Unternehmens. Doch wie können diese Kompetenzen ermittelt werden? Heute im Gespräch mit mir, Julia Gedeon, die mit ihrem HR-StartUp Luksit und dem Skilldetektor genau diese Kompetenzen herausfindet. Sie unterstützen kompetenzbasierte Arbeitsstrukturen, schaffen ein lernförderndes Arbeitsumfeld und erhöhen die Mitarbeiterzufriedenheit. Doch lasst uns direkt ins Gespräch reinspringen und uns anhören, was es mit Luksit und dem Skilldetektor auf sich hat.

HRtalk: Hallo Julia, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst für mich. Stell dich den Lesern doch kurz vor, wer steckt hinter Luksit?

Hallo Philipp, ich freue mich. Ich bin Julia, eine sportbegeisterte und Hunde vernarrte Psychologin, die sich leidenschaftlich mit den Themen HR und Organisationsentwicklung beschäftigt. Wenn ich nicht gerade mit dem Unternehmensaufbau beschäftigt bin, dann streife ich mit meinem Dackel-Terrier Daisy durch Wald und Wiesen. Gemeinsam mit meinem Mitgründer Niclas, dem kreativen Kopf der Firma, und der Unterstützung unseres Teams und Beiratsmitglieder, haben wir vergangenes Jahr Luksit gegründet.

Gezieltes Kompetenzmanagement ist für uns ein Schritt in die Richtung moderner Arbeitsweisen

HRtalk: Worum geht es genau bei Luksit? Wie helft ihr Unternehmen dabei, die verborgenen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter zu finden?

Wir sind davon überzeugt, dass Menschen besser arbeiten können und noch dazu zufriedener sind, wenn sie das tun können, was sie wirklich gut können. Gezieltes Kompetenzmanagement ist für uns ein Schritt in die Richtung moderner Arbeitsweisen. Mit Luksit wollen wir einen aktiven Beitrag dazu leisten, moderne, nachhaltige und gesunde Arbeitsstrukturen zu gestalten.

Immer wieder habe ich auch auf meinem eigenen beruflichen Weg festgestellt, dass Mitarbeiter in Projekten häufig unter oder überfordert sind und Projekte aus rein zeitlichen oder finanziellen Aspekten besetzt werden. Was sich auch gezeigt hat ist, dass die Ziele eines Unternehmens häufig nicht mit den tatsächlich vorhandenen personellen Mitteln übereinkommen. Fehlbesetzung und Frustration sind dabei nur ein paar der daraus entstehenden Probleme.

Wenn es dann um gezielte Problemlösungen geht, ist entweder die Entlassung nicht passender Mitarbeiter oder die Einstellung eines weiteren, vielleicht wieder nicht passenden Mitarbeiters die Lösung. Es wird davon gesprochen, dass es nicht genügend Arbeitskräfte auf dem Markt gibt, Fachkräfte fehlen. Dabei sind die Organisationsstruktur und interne Personalbesetzung hier ein ganz zentraler Punkt. Ein kleiner und doch wirksamer Shift im internen Personalmanagement kann genau da helfen. Mit Luksit unterstützen wir diesen Shift und denken Personalmanagement und Organisationsentwicklung etwas anders – jeder Mensch weiß etwas, was ein anderer nicht weiß. Die Kommunikation über dieses Wissen ist der Schlüssel, damit wir uns vom klassischen Modell reiner Personalplanung, auf Basis von Qualifikationen, lösen können. Der skilldetektor macht dieses Potential mit Hilfe von psychologischer Diagnostik sichtbar und messbar. Als Grundlage nutzen wir dazu ein Verfahren, das an der Humboldt-Universität zu Berlin entwickelt wurde.

Luksit Testverfahren
Quelle: Luksit – Testverfahren

Das Great8Tachometer erfasst 8 spezifische berufliche Kompetenzen mit insgesamt 39 Kompetenzbereichen, die auf die jeweiligen Kompetenzen einzahlen. Verstecktes Potential wird transparent und kann aktiv im Unternehmen eingesetzt werden. Mit dem skilldetektor erhalten die Mitarbeiter ein individuelles Kompetenzprofil, und das Unternehmen eine anonymisierte Übersicht über die Gesamtverteilung der Kompetenzen.

Luksit Ergebnisse für Unternehmen
Quelle: Luksit – Unternehmensergebnisse

Es lohnt sich, einen Blick auf die vorhandenen Ressourcen zu werfen. Wir unterstützen mit unserem Ansatz die interne Personalbesetzung- und -umstrukturierung. Eventuell gibt es intern einen Mitarbeiter, der gewisse Kompetenzen mitbringt, die leichter, schneller und kostengünstiger weiterentwickelt werden können, als extern eine Fachkraft zu suchen, die eventuell nicht zum Unternehmen passt. Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung können so enorm gesteigert werden.

Gerade einmal 34% der Unternehmen nutzen Kompetenzen

HRtalk: Wie seid ihr auf die geniale Idee gekommen? Was hat euch dazu bewegt Mitarbeitern zu helfen, ihre Kompetenzen besser zu kennen?

Ich habe für einige Zeit in einem Social Startup, einer Unternehmensberatung und als selbständiger Coach und Führungskräftetrainerin gearbeitet. Immer wieder bin ich, wie ja bereits erwähnt, darauf gestoßen, dass das Potential von Mitarbeitenden gar nicht, falsch oder nur zum Teil genutzt wird. Bis dato waren das nur Beobachtungen. Ich war ziemlich überrascht, als ich dann gelesen habe, dass gerade einmal 34% der Kompetenzen in Unternehmen genutzt werden. Die Beobachtungen haben sich also mehr als bestätigt.

Eines meiner Highlights auf meiner beruflichen Laufbahn war die Verteilung von Weiterbildungsmaßnahmen bei einem Kunden aus der Automobilbranche. Hier werden viele Gelder in die Personalentwicklung investiert. Es gibt Maßnahmenkataloge und alles drum und dran. Was hier allerdings im Vordergrund steht, ist das Ausschöpfen des Budgets. Ob die Weiterbildung dann tatsächlich für den Mitarbeitenden geeignet oder überhaupt von Interesse ist, ist hier tatsächlich Nebensache.

Ich hatte das Gefühl, dass hier Prozesse unglaublich verkompliziert werden und der Blick, auf den Menschen selbst, komplett fehlt. Mein persönlicher Wunsch ist es, zukünftigen Generationen einen Weg zu ebnen, der ihnen entspricht, der es möglich macht, persönliche Entwicklung, Arbeit und Leben gut miteinander zu verbinden. Für mich als Psychologin gehört dazu auch das Thema psychische Gesundheit am Arbeitsplatz. Und ein großer, damit verbundener Faktor, ist die Zufriedenheit im Arbeitsumfeld, die wiederum maßgeblich durch die ausgeübte Tätigkeit bestimmt wird. Wenn Mitarbeiter ihre eigenen Kompetenzen kennen, dann ist das ein erster Schritt, um diese Kompetenzen richtig einzusetzen.

Für die Idee einer Kompetenzanalysesoftware haben wir das Berliner Startup Stipendium bekommen. Niclas war von der Idee begeistert und kam dann im Rahmen des Stipendiums als Product Designer dazu. Wir haben unser Team aufgebaut und gemeinsam mit der Humboldt Innovation wurde der Funke einer Idee weiterentwickelt. Der skilldetektor als Resultat ist das erste Produkt auf unserem Weg, ein Wirtschaftssystem mitgestalten, das den Menschen mit seinen Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellt.

Strategisches Kompetenzmanagement weiterdenken und aktiv im Team und Unternehmen umsetzen

HRtalk: Ihr bietet auch Webinare zur Schulung von Kompetenzmanagement in Organisationen und Teams an, was erwartet die Teilnehmer?

Verfahren zur Kompetenzanalyse sind an sich ja nichts neues. Oftmals werden die Verfahren unternehmensweit eingesetzt, wie dann weiter damit umgegangen wird, ist allerdings unklar. Die Ergebnisse werden nicht weiter genutzt. Wir bieten mit unseren Webinaren/Workshops eine Möglichkeit, strategisches Kompetenzmanagement weiterzudenken und aktiv im Team und Unternehmen umzusetzen. Als Grundlage unserer Webinare und Workshops wird immer der skilldetektor eingesetzt. Alle Mitarbeiter starten in die Workshops/Webinare mit ihrem eigenen Kompetenzprofil.

Luksit Ergebnisse für die Mitarbeiter
Quelle: Luskit – Mitarbeiterergebnisse

Dann tauchen wir etwas tiefer in die Thematik rund um kompetenzbasierten Mitarbeitereinsatz ein. In den Webinaren/Workshops ist es uns wichtig, mit dem gesamten Team zu arbeiten, damit alle das gleiche Verständnis von Kompetenzen und Kompetenzmanagement haben. In einem ersten Schritt geben wir also eine Einführung zum Thema Kompetenzmanagement. Wir zeigen, wie unser Ansatz konkret funktioniert und analysieren in der Tiefe, wie die individuellen Kompetenzprofile zu verstehen sind.

Im nächsten Schritt geht es um die Rollen im Team und der Organisation. Gemeinsam definieren wir die jeweiligen Rollen im Team/der Organisation und übertragen die Kompetenzen aus unserem skilldetektor auf die jeweiligen Rollen, damit eine einheitliche Zuordnung möglich wird. Haben wir die Rollen klar strukturiert, gehen wir auf die strategische Ebene und schauen uns die Ziele des Unternehmens und des Teams an. Auch hier definieren wir die benötigten Kompetenzen angelehnt an den skilldetektor. Es geht hier besonders darum, zu überprüfen, welche Kompetenzen benötigt werden um die Ziele zu erreichen und ob diese Kompetenzen im Unternehmen/Team vorhanden sind. Wenn sie vorhanden sind, wird analysiert, ob sie richtig eingesetzt werden und welche Maßnahmen dabei unterstützen können, wenn Kompetenzen fehlen.

Als Ergänzung zu den Webinaren bieten wir individuelle Einzelcoachings an, die die Mitarbeitenden und Führungskräfte gezielt dabei unterstützen, ihre Kompetenzen optimal einzusetzen und zu entwickeln. Ein gezieltes Kompetenzmanagement auf der Individual-, Team- und Organisationsebene wird so möglich.

Projekte so bestezen, dass das bestmögliche Ergebnis in möglichst kurzer Zeit erreicht wird

HRtalk: Auch bei uns im Team haben wir dieses Jahr eine Kompetenzanalyse gemacht und waren erstaunt, wie sehr es uns geholfen hat. Welche Vorteile ergeben sich deiner Meinung nach für Unternehmen, wenn sie die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter kennen?

Für Unternehmen ist aus Kostensicht sicherlich der größte Vorteil, dass das Wissen über Kompetenzen dabei hilft, die Projekte so zu besetzen, dass das bestmögliche Ergebnis in möglichst kurzer Zeit erreicht werden kann. Wenn Mitarbeitende konkret in die strategische Planung einbezogen werden, Mitspracherecht bekommen und dann auch noch ihre vollen Kompetenzen einsetzen können, wird Mitarbeiterzufriedenheit gefördert und Fluktuation gesenkt. Mitarbeitende können sich entsprechend ihrer Kompetenzen entwickeln, Führungskräfte bekommen, angelehnt an Unternehmensziele, eine andere Planungssicherheit. Der gesamte Prozess des Personalmanagements wird vereinfacht und kann objektiv und fair gestaltet werden.

Projekte oder Stellen werden häufig in erster Linie aufgrund des individuellen Auftretens besetzt werden. Das heißt, dass eventuell der Lauteste, aber nicht zwangsweise der kompetenteste Mitarbeiter, auf die Stelle gesetzt wird. Wenn man die Ergebnisse der Kompetenzanalyse richtig nutzt, entsteht Chancengleichheit auf Basis von individueller Kompetenz. Das volle Potential der Mitarbeiter kann so effektiv genutzt werden.

Durch den richtigen Einsatz von Mitarbeitern Kosten sparen

HRtalk: Julia vielen Dank für deine Zeit! Gibt es noch ein paar Abschlussworte, die ihr den Lesern gerne mitgeben möchtet?

Die aktuelle Entwicklung um Corona hat uns gezeigt, dass Kompetenzmanagement und Mitarbeiterförderung im Arbeitswesen eine wichtige Rolle einnehmen. Der Blick auf vorhandene Kompetenzen lohnt sich nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft.

Viele Unternehmen stehen ja aktuell vor der Herausforderung, dass Stellen wegfallen und neue Aufgaben und Rollen entstehen – Rollen, die sich auch zukünftig immer wieder verändern werden. Durch gezieltes Kompetenzmanagement und eine Kompetenzanalyse wird sichtbar, welche Kompetenzen im Unternehmen bereits vorhanden sind. Die sich verändernden Rollen können dadurch schnell und gezielt intern besetzt werden. Dadurch lässt sich möglicherweise verhindern, dass Stellen abgebaut werden müssen. Kosten können durch den richtigen Einsatz von Mitarbeitern auch hier eingespart werden.

Wir sind davon überzeugt, dass die Corona Krise gemeinsam gemeistert werden kann. Wir als Startup sind auf Unterstützung angewiesen und möchten diese im Gegenzug auch an andere Unternehmen weitergeben. Aktuell können wir unser Produkt stark vergünstigt anbieten und hoffen, dass wir Unternehmen so ein Stück weit in der aktuellen Situation unterstützen können.

HRtalk: Zu guter Letzt das Wichtigste. Wie kann man euch am besten erreichen, wenn man mehr über Luksit erfahren möchte?

Schaut doch gerne auf unserer Website – www.luksit.de – vorbei. Dort könnt ihr direkt einen Termin für ein persönliches Gespräch vereinbaren, uns anrufen oder eine Mail schreiben. Ich freue mich auch über einen Austausch bei LinkedIn.

Who’ talking?

Julia Gadeon Founder von Luksit

Julia ist geschäftsführende Gesellschafterin und Mitgründerin der Luksit GmbH und Co. KG. Als Psychologin befasst sie sich damit, wie Systeme gesund und nachhaltig gestaltet werden können. Ihre Erfahrungen als Führungskraft im Bildungsbereich, als Coach für Teams und Führungskräfte sowie im Projektmanagement und agiler Produktentwicklung als Scrum Master und Agile Coach bringt sie aktiv in die eigene Produktentwicklung ein. Mit ihrem Team hat sie die Webapplikation ‘skilldetektor’ entwickelt. Anhand psychologischer Diagnostik werden versteckte Potentiale sichtbar, das volle Potential von Mitarbeitenden kann so genutzt und entwickelt werden.