Heute habe ich wieder ein spannendes HR-Startup namens purpozed bei mir, dass in dem Bereich Corporate Volunteering eine spannende Plattform für Unternehmen entwickelt hat. Mal hören, was uns Gründer Silvan über seine Idee und vorhaben erzählt.

Philipp: Grüß Dich Silvan, vielen Dank, dass Du Dir für das Interview Zeit genommen hast. Stell Dich doch kurz den Lesern*innen vor. Wer steckt hinter purpozed? Was sind Deine Aufgaben?

Wir sind drei alte Freunde, die während der Anfangszeit von Corona auf die Idee kamen, ehrenamtliches Engagement um eine virtuelle Dimension zu erweitern. Dazu haben wir uns in unserem Netzwerk vielfältige Inspirationen geholt, und mit vielen Non-Profits ausgetauscht. Im Sommer letzten Jahres haben wir dann unser Portal auf den Weg gebracht, das jetzt gelauncht wird.

Machen Volunteering einfach und zugänglich. Die purpozed-Gründer Silvan Nikuradse, Sebastian Vieregg und Felix Hannemann.

Philipp: Worum geht es genau bei purpozed?

Wir treten mit dem Konzept an, Volunteering zu vereinfachen und glauben, dass viel mehr Menschen sich gesellschaftliche engagieren, wenn wir die Einstiegsschwelle maximal absenken. Wer sich auf unserem Portal engagiert, dem/der haben wir in Sachen Matching und Koordinierung vorab schon so gut wie alles an Vorarbeit abgenommen, so daß er/sie direkt starten kann mit seiner/ihrer praktischen Hilfe. Wir sehen uns als Schnittstelle zwischen dem Bedarf von sozialen Einrichtungen und den virtuellen Hilfsangeboten von Freiwilligen in Unternehmen. Davon erwarten wir uns, dass durch unser Konzept signifikant mehr Menschen in die Lage versetzt werden zu Helfen – ortsunabhängig und zeitlich flexibel.

Philipp: Wie kam Euch die Idee zu purpozed?

Schon vor Jahren wollte ich mich für Alleinerziehende engagieren, habe aber keinen Einstieg gefunden. Felix und Sebastian haben ähnliche Erfahrungen gemacht. Wir haben jeder für sich festgestellt, dass es ziemlich aufwendig ist, passende Engagements zu finden. Selbst wenn man eine soziale Einrichtung in seinem Ort findet, die sich dem gewählten Zweck verschreibt, so ist man noch nicht am Ziel und kann praktische Hilfe leisten. Wer nämlich beim Fundraising helfen oder Pressetexte verfassen möchte, während die Organisation gerade nur Bedarf hat an handwerklicher Unterstützung hat, der lässt es lieber gleich sein. Genau dieses Frustrationspotenzial wollen wir zu verhindern helfen.

Philipp: Welche Vorteile hat Corporate Volunteering für Unternehmen?

Viele Unternehmen tun sich schwer, Ihren Beschäftigten effiziente Volunteeringprojekte anzubieten, die auch stundenweise möglich sind und für die keine Anreise anfällt. Gerade in Zeiten von Corona ruhen bestehende Kooperationen mit lokalen Organisationen, so daß viele Unternehmen einfach dazu übergehen, Geld zu spenden. Das wiederum ist für’s Employer Branding nicht sehr wirksam. Schließlich fühlt es sich doch besser an, mit der eigene Arbeitskraft direkt zu helfen. Wir verstehen uns langfristig als ideale Ergänzung zu Präsenzengagements vor Ort, denn bei uns kann sich jede/r Beschäftigte auch kurzfristig einbringen, unabhängig vom eigenen Aufenthaltsort.

Philipp: Wie können sich Mitarbeiter von Unternehmen für ehrenamtliche Aufgaben bewerben? Wie entsteht das Matching?

Jeder Volunteer legt sich ein Profil an, in dem er/sie seine/ihre Fähigkeiten und die Zwecke, für die er/sie sich engagieren möchte.

Philipp: Auf eurer Plattform können sich Mitarbeiter und Unternehmen aktiv an der Umsetzung der „17 Ziele für Nachhaltigen Entwicklung“ beteiligen. Was kann man sich darunter vorstellen?

Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele sind zum Standard in Sachen Nachhaltigkeit geworden. Daher geben die Volunteers auf unserem Portal die Zwecke, für die sie sich bei uns engagieren möchten, in Form einer oder mehrerer dieser Sustainable Development Goals (SDGs) an. Jedes Freiwilligenprojekt auf unserer Plattform ist einem SDG zugeordnet. Die HR-Abteilung hat dann die Möglichkeit, sich einen strukturierten Überblick über die geleisteten Freiwilligenstunden zu verschaffen – unterteil nach diesen 17 Zielen.

Philipp: Wie sieht euer Preismodell aus und was plant ihr für die Zukunft?

Da wir möglichst viele Freiwillige in die Lage versetzen wollen, effektiv zu helfen, sind unsere Preise für Agenturen, Mittelständler und Konzerne sehr bodenständig gehalten. Wir bauen jetzt schon unser Angebot an internationalen Projekten der Freiwilligenhilfe aus, vor allem wollen wir in Entwicklungsländern helfen. Und mittelfristig werden wir auch virtuelle Teamprojekte anbieten, etwa im Rahmen einer Social week.

Philipp: Vielen Dank für deine Zeit. Hast du noch ein paar Abschlussworte, die du den Lesern mitgeben möchtest?

Kurz zusammengefasst,  wollen wir erreichen, dass sich jeder Mensch ortsunabhängig und zu jedem Zeitpunkt gesellschaftlich engagieren kann. Ein hehres Ziel, das wissen wir. Drückt uns gern die Daumen.

Philipp: Zum Schluss das wichtigste, wie kann man euch am besten erreichen, wenn man mehr über purpozed erfahren möchte?

Wir freuen uns über digitale Post an team@purpozed.org.