Heute habe ich das große Vergnügen, mit Pekka Nebelung von Jobilla zu reden. Ihre Idee ist recht simpel und genial. Der große Clou: Passive Bewerber. Während normale Jobportale auf die Besucherzahlen  angewiesen sind, um Bewerbungen generieren zu können, konzentriert sich Jobilla auf die Arbeitsuchenden, die bereits einen Job haben. Doch lasst uns zum Interview kommen und aus erster Hand erfahren, wie Jobilla funktioniert.

HR Talk: Hallo Pekka, vielen Dank für deine Zeit. Stell dich den Lesern doch kurz vor. Was ist deine Aufgabe bei Jobilla?

Pekka: Jobilla kommt ursprünglich aus Finnland und zählt dort zu den Top 10 der innovativsten Start-ups. Gemeinsam mit meinem berliner Team realisiere ich nun die Expansion nach Deutschland. Ich bin zwar in Finnland aufgewachsen, wurde aber in Deutschland geboren und habe hier noch Familie. Erfreulicherweise kann ich daher jetzt mehr Zeit in meiner 2. Heimat verbringen. Als Country Director von Jobilla Deutschland habe ich ein recht breites Aufgabenspektrum, das den typischen Verantwortungsbereichen der Geschäftsleitung entspricht. Besonderen Fokus lege ich dabei auf dem Ausbau unserer Geschäftsidee für den deutschen Markt.

HR Talk: Ich habe oben versucht einen ersten Eindruck von Jobilla zu vermitteln. Zum Glück habe ich dich hier Pekka und kannst mich korrigieren 😉 Was genau macht Jobilla?

Pekka: Du hast das schon sehr treffend erklärt. Wir haben festgestellt, dass bereits angestellte Talente an neuen Karrieremöglichkeiten interessiert sind, auch wenn sie sich noch nicht für einen Jobwechsel entschieden haben. Mit Jobilla haben wir Methoden entwickelt, um diese passiven Kandidaten gezielt anzusprechen. So gewinnen unsere Kunden passende Job-Kandidaten, die sie mit traditionellen Methoden nie gefunden hätten. Zudem ermöglicht unsere Recruiting-Software eine automatische Sortierung der Kandidaten. Auf diese Weise können sich die Arbeitgeber auf die qualifiziertesten Kandidaten konzentrieren und sofort Interviewtermine mit Ihnen vereinbaren. Unsere Services werden in der Regel zunächst genutzt, um qualitativ hochwertige Kandidaten für eine schwer zu besetzende Stelle zu gewinnen. Unser Tool macht das Bewerbermanagement sehr leicht, sodass unsere Kunden in der Regel beginnen, es für ihr gesamtes Recruiting zu nutzen.

HR Talk: Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Pekka: Die Motivation dahinter war es, unser eigenes Recruiting zu verbessern. Der Arbeitsmarkt hat sich in wenigen Jahren dramatisch geändert, weshalb traditionelles Recruiting nicht mehr so erfolgreich ist wie früher. Für Arbeitgeber wird es immer schwerer qualifizierte Bewerber zu finden. Die meisten potenziellen Kandidaten sind bereits angestellt und suchen in der Regel nicht aktiv nach einer neuen Stelle. Als Lösung für dieses Problem hat Jobilla ein digitales Produkt entwickelt, das Unternehmen dabei hilft, auch passive Kandidaten anzuziehen und einzustellen.

Hr Talk: Jetzt muss ich aber nachhaken 😉Aktivierung passiver Bewerber. Ein Geheimrezept oder kannst du mir die Grundzutaten verraten? Wie aktiviert man diese?

Pekka: Wenn Arbeitgeber nur Jobsuchende ansprechen, erreichen Sie häufig nicht die besten Talente. Passive Kandidaten, die nicht aktiv nach neuen Jobs suchen, interessieren sich auch nicht für klassische Stellenanzeigen. Unternehmen erhöhen Ihr Bewerberpotenzial deutlich, indem Sie sich von Jobbörsen verabschieden und dort präsent sind, wo 92 % der Internetnutzer tagtäglich zu finden sind ― in den sozialen Medien. Jobilla lässt sich direkt in die Anzeigennetzwerke von Facebook, Instagram und Google integrieren. So können Arbeitgeber schnell und einfach gezielte Anzeigen erstellen, die Job-Kandidaten mit unvergleichlichem Erfolg erreichen. Durch den Einsatz von Gamification aktivieren wir die Kandidaten dazu, einen kurzen Fragebogen auszufüllen. So wird es auch passiven Jobinteressenten ermöglicht ohne Aufwand Interesse an der offenen Stelle zu zeigen.

HR Talk: Ihr habt 2015 als Jobportal angefangen und habt dieses 2017 wieder runtergefahren. Welche Gründe hattet ihr dafür und welche Lehren habt ihr daraus gezogen?

Pekka: 2016 war Jobilla zum zweitgrößten Jobportal in Finnland avanciert ― unsere eigenen Herausforderungen bei der Personalsuche konnten wir damit allerdings nicht meistern. Für einige der offenen Stellen bei uns gingen sofort 200 Bewerbungen ein, für andere monatelang keine einzige. Antrieb und Ziel unserer Arbeit ist immer das Lösen von Problemen gewesen. Da unser Jobportal diesem Anspruch nicht gerecht wurde, entschieden wir, es offline zu nehmen ― verloren so aber leider unser Investment über 1.5 Mio €. Daraufhin suchten und analysierten wir aktiv die besten Methoden zur Personalgewinnung und nutzten diese Erkenntnisse für die Entwicklung unseres Recruiting-Tools. Auch jetzt ist es uns wichtig immer innovativ zu bleiben und unsere Software stetig weiterzuentwickeln.

HR Talk: Das erste Mal habe ich euch auf der Zukunft Personal 19 in Köln getroffen. Gibt es die Möglichkeit, euch dieses Jahr auf weiteren Veranstaltungen persönlich zu treffen?

Pekka: Leider stehen noch nicht alle Termine für dieses Jahr fest. Im Mai sind wir aber auf der Zukunft Personal Süd in Stuttgart und im September wieder auf der Zukunft Personal Europe in Köln anzutreffen. Am 11. März veranstalten wir in Berlin auch ein eigenes Event zum Thema ”Recruiting 2020”. Das kostenlose Seminar beginnt um 18:00 mit einer Präsentation des CEO von Jobilla, Henri Nordström, zum Thema “Aufbau moderner Recruitment-Prozesse”. Anschließend präsentiere ich, präsentiere ich interessierten Unternehmern und Personalern unter anderem, wie E-Recruiting zur erfolgreichen Ansprache von Job-Interessenten heutzutage funktioniert. Wer von unseren Erkenntnissen profitieren möchte, ist herzlich eingeladen und kann sich hier einen der begrenzten Plätze sichern.

HR Talk: Pekka, jetzt aber zu dir. Ich habe gehört, dass du vor kurzem in Vietnam warst. Natürlich hoffe ich in erster Linie, dass du dich dort gut erholen konntest. Doch hast du auch neue Eindrücke für dich und den HR Bereich gewinnen können?

Pekka: Nach einem sehr produktiven Jahr 2019 standen im meinem Urlaub primär die Erholung und Zeit mit meiner Familie im Vordergrund. Für mich ist es aber auch immer sehr spannend zu erfahren, wie Recruiting in anderen Ländern funktioniert und was wir bei Jobilla dadurch lernen können, um unseren Service noch zu verbessern. Zudem weist jedes Land andere Schwerpunkte im Recruiting auf, was vor allem durch die kulturellen Gegebenheiten sowie durch die Wünsche und Vorstellungen der Kandidaten beeinflusst wird. Wir sind bereits in mehreren Ländern aktiv und passen unsere Tools und Methoden entsprechend an.

HR Talk: Pekka, ganz herzlichen Dank für das Interview und dafür, dass du auf alle meine Fragen eingegangen bist. Hast du noch ein paar Abschlussworte, die du den Lesern mit auf ihren Weg geben möchtest?

Pekka: Ich danke dir für die Gelegenheit, den Lesern von HR Talk Jobilla vorzustellen. Wer Unterstützung bei der Erreichung der Recruiting-Ziele braucht, ist herzlich eingeladen, unseren Service zu testen. Wir haben einen Kurztest erstellt, mit dem man herausfinden kann, wie effektiv der eigene Recruiting-Prozess in einem sich verändernden Markt ist. Den Test kann man hier starten.

HR Talk: Wie kann man euch erreichen, wenn man mehr über Jobilla erfahren möchte?

Pekka: Mein Team und ich freuen uns über jede Kontaktaufnahme. Wer sich umfassend über unseren Service informieren möchte, kann hier direkt einen Termin mit mir vereinbaren, mich per Mail unter pekka.nebelung@jobilla.com oder Telefon unter +49 15 115 872 003 erreichen. Ansonsten erfährt man auf unserer Website mehr über Jobilla.