Warum neue Mitarbeiter in Produktion und Logistik früh wieder kündigen

von | Employer Branding, Gründerwissen, HR Wissen

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Wer in der Produktion oder im Lager einstellt, kennt das Muster: Die Stelle ist besetzt, die Erleichterung hält ein paar Wochen, dann ist der neue Kollege wieder weg. Oft ohne große Erklärung, manchmal noch in der Probezeit.

In der Auswertung landet das unter Fluktuation. Interessanter ist aber die Frage, wann genau der Absprung passiert. In vielen Betrieben ist das nicht am Ende des ersten Jahres, sondern in den ersten Wochen. Und das ist genau der Zeitraum, den HR gestalten kann.

Der Moment, in dem es kippt

Neue Mitarbeiter steigen in eine laufende Schicht ein. Die Kollegen haben ihr Pensum, die Anlage läuft, und daneben steht jemand, der noch nichts kann und ständig fragen muss. Das ist für beide Seiten unangenehm.

Wer sich in dieser Phase als Belastung erlebt, entwickelt selten Bindung an den Betrieb. Es geht dabei weniger um fachliche Überforderung als um das Gefühl, im Weg zu stehen. Das beschleunigt Entscheidungen, die sonst vielleicht nie getroffen worden wären.

Dazu kommt ein zweiter Faktor: Unsicherheit bei Störungen. Wer nicht weiß, was zu tun ist, wenn etwas nicht nach Plan läuft, arbeitet angespannt. Und genau diese Fälle lassen sich im laufenden Betrieb nicht üben, weil niemand eine Linie anhält, um eine Havarie vorzuführen.

Warum die klassische Einarbeitung hier an Grenzen stößt

Das übliche Modell heißt Mitlaufen. Es funktioniert, solange genug erfahrene Kollegen da sind und genug Zeit. Beides ist in vielen Betrieben knapp geworden.

Die Folge ist eine Einarbeitung, die stark davon abhängt, wer gerade Dienst hat. Der eine erklärt ausführlich, der andere hat keine Zeit. Aus HR-Sicht ist das ein Prozess ohne verlässliche Qualität, und er lässt sich kaum messen, weil niemand dokumentiert, was tatsächlich vermittelt wurde.

Was Simulation an dieser Stelle leistet

Hier setzen VR-Trainings an. Nicht als Ersatz für die Arbeit an der Anlage, sondern für die Abläufe, die vorher geübt werden können: Standardprozesse, Sicherheitsunterweisungen und vor allem Störungsfälle.

Der HR-relevante Effekt ist weniger die Technik als die Verschiebung im Ablauf. Wer die Situationen schon einmal durchlaufen hat, steht am ersten Tag nicht als Zuschauer daneben, sondern kann mitarbeiten und gezielt nachfragen. Das verändert die Erfahrung der ersten Woche erheblich, und es entlastet die Kollegen, die sonst nebenbei ausbilden.

Anbieter wie das niederländische Unternehmen VR Owl bauen solche Anwendungen entlang der realen Abläufe eines Betriebs. Ob das trägt, hängt weniger von der Umsetzung ab als von der Frage, welche Situationen überhaupt abgebildet werden.

Wofür es sich lohnt und wofür nicht

Ehrlich gesagt lohnt es sich nicht überall. Bei einer Tätigkeit, die in zwei Stunden erklärt ist, wäre jede Simulation zu teuer. Sinnvoll wird es, wenn regelmäßig eingearbeitet wird, wenn Fehler teuer oder gefährlich sind, oder wenn sich die entscheidenden Situationen im Betrieb nicht herstellen lassen.

Für Saisonbetriebe und Standorte mit hoher Fluktuation trifft meist alles drei zu. Dort ist die Einarbeitung kein einmaliges Projekt, sondern ein Dauerzustand.

Wer wissen will, wie so etwas inhaltlich aufgebaut wird, findet bei den VR-Trainings des Anbieters VR Owl die typischen Einsatzfelder in Industrie und Logistik.

Was HR vorher klären sollte

Drei Punkte entscheiden darüber, ob so ein Projekt im Alltag ankommt.

Erstens: Welche Situationen kosten heute am meisten Einarbeitungszeit. Diese Liste kommt von den erfahrenen Mitarbeitern, nicht aus einem Konzept. Sie wissen genau, wo Neue regelmäßig hängen bleiben.

Zweitens: Wer pflegt die Inhalte, wenn sich ein Ablauf ändert. Eine Anwendung, die niemand aktualisiert, bildet nach zwei Jahren einen Zustand ab, den es nicht mehr gibt.

Drittens: Woran wird der Erfolg gemessen. Dauer bis zur selbstständigen Arbeit, Fehlerquote in den ersten Wochen, Austritte innerhalb der Probezeit. Diese Zahlen sollten vor dem Start erhoben werden, sonst bleibt später jede Bewertung Meinungssache.

Wer die Anwendung an bestehende Systeme anbinden oder selbst weiterentwickeln lassen will, findet unter der Entwicklung bei VR Owl den passenden Rahmen.

Der Punkt, um den es eigentlich geht

Frühe Kündigungen in Produktion und Logistik sind selten eine Frage des Gehalts. Sie sind eine Frage der ersten Wochen. Wer diese Wochen als eigenständigen Prozess behandelt statt als Nebenprodukt der Schicht, verändert die Zahlen, die am Jahresende in der Fluktuationsstatistik stehen.

Ob dafür Simulation nötig ist, hängt vom Betrieb ab. Die Analyse der ersten vier Wochen lohnt sich in jedem Fall.

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