Wege, die Unternehmensidentifikation zu erhöhen

Etliche Unternehmen sind derzeit von Personalmangel betroffen. Doch auch wenn die Rekrutierung von neuem Personal eine wichtige Rolle spielt, sollte auch verhindert werden, dass bereits eingearbeitete Mitarbeiter den Arbeitgeber wechseln. Eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen kann das Abwandern von qualifiziertem Personal verhindern.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist hart umkämpft. Der Mangel an ausgebildeten Fachkräften sorgt in vielen Branchen für Probleme. So schrecken Unternehmen zum Beispiel vor Investitionen in neuen Technologiefeldern zurück, da sie fürchten, zu wenig Mitarbeiter in diesen Bereichen zu finden. Doch auch wenn die eigene Personaldecke solide ist, die Gefahr von Mitarbeiterabwanderung ist hoch. Der Einsatz von Headhuntern ist mittlerweile sogar für den Staat kein Tabu mehrUm diesem Schwund zu begegnen, versuchen immer mehr Unternehmen durch Employer Branding Maßnahmen ein attraktiverer Arbeitgeber zu werden. 

Was bedeutet Employer Branding?

Der Begriff Employer Branding beschreibt das Aufbauen und die Pflege einer starken Arbeitgebermarke. Man will sich für potentielle Bewerber oder bereits bestehende Mitarbeiter als erstrebenswerter Arbeitsplatz präsentieren. Was aber als Kriterium für einen erstrebenswerten Arbeitsplatz gilt, ist je nach Branche und Arbeitnehmergruppe unterschiedlich. 

So gaben in einer von Deloitte durchgeführten Studie 64% der Befragten aus der Generation Z an, das Homeoffice und flexible Arbeitszeiten ihnen helfen würden, Zeit und Geld zu sparen. Die Work Life Balance ist ihnen auch deutlich wichtiger als den Baby-Boomern. Es bleibt auch abzuwarten, ob die Corona-Krise die Sehnsucht nach dem Homeoffice generationenübergreifend verstärkt oder gehemmt hat.

Möglichkeiten des Employer Brandings

Eine der Möglichkeit ist es zum Beispiel, Mitarbeiter durch Fringe Benefits die Bindung zu dem Unternehmen zu erhöhen. Solche Benefits können Dinge wie: 

  • Mitarbeiterwohnungen,
  • Firmenwagen,
  • oder der Zugang zu Sport- und Kulturstätten 

sein. 

Aber auch kleinere Ausgaben wie Mitarbeitergeschenke zu Weihnachten oder zum Geburtstag zählen dazu. Durch solche Benefits fühlen sich die Mitarbeiter wertgeschätzt und diese müssten bei einem Abwerbungsgebot erst überboten werden. Oft stehen die Kosten hier in einem mehr als günstigen Verhältnis zu den Ergebnissen.

Für viele ist die Möglichkeit nach beruflicher Weiterbildung entscheidend. Wer seinem Personal Perspektiven im eigenen Unternehmen bietet, macht sich so langfristig attraktiver. Es muss sich hierbei allerdings nicht ausschließlich um die klassische Beförderung handeln. Einige Arbeitnehmer suchen auch im Beruf nach neuen Herausforderungen und Eindrücken, ohne Interesse an einer leitenden Position zu haben. Um diesen Mitarbeitern entgegenzukommen lohnt es sich, sofern die Firmenstruktur dies zulässt, interne Arbeitsplatzwechsel zu ermöglichen und diese Option auch zu bewerben.

Unternehmensidentifikation schafft Bindung

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Eine weitere Herangehensweise ist ebenfalls sehr erfolgreich, um Arbeitnehmer an den Arbeitgeber zu binden, das Erhöhen der Identifikation mit dem Unternehmen. Die Studie von Deloitte zeigt, dass für Mitarbeiter der Gen Z und Millennials der Klimawandel eine große Rolle spielt. Ein Arbeitgeber, für den die Reduktion des eigenen ökologischen Fußabdruckes mehr als nur ein Lippenbekenntnis ist, hat daher gute Chancen, sich einen loyalen Mitarbeiterkern zu sichern.

Neben dem Klimawandel werden auch die Fragen nach sozialem Engagement und Diversität wichtiger für Unternehmen, welche jüngere Zielgruppen ansprechen wollen. Wer hier punkten kann, sorgt nicht nur dafür, dass das eigene Personal zufriedener ist, sondern auch, dass sie mit Stolz davon erzählen, wo sie Arbeiten. Damit verstärkt sich die Wirkung der Arbeitgebermarke organisch.

Durch Arbeitnehmerbeteiligung Identifikation erhöhen

Eine transparente Kommunikation der Firmenstrategie kann ebenso helfen, Verständnis für die eigene Arbeit zu steigern. Studien zeigen, dass Arbeitnehmer, welche der Meinung sind, eine sinnvolle Arbeit zu verrichten, im Zweifel sogar auf Gehalt verzichten. Eine Erklärung der Aufträge und Strategien die, die Firma verfolgt, hat hier also den Nutzen, den Mitarbeitern den Wert der eigenen Arbeit zu vermitteln. So beginnen diese, die eigene Arbeit wertzuschätzen. Erfolge im Unternehmen sollten dann auch dementsprechend vermittelt werden. 

Tipp: Schon ein kleiner firmeninterner Umtrunk kann einen deutlich stärkeren Eindruck hinterlassen als eine reine interne Mail über einen Erfolg im Unternehmen. Denn so sieht das Personal die Früchte der eigenen Arbeit und erfährt durch eine kleine „Feier“ Wertschätzung für die eigene Arbeit.

Ein offenes Ohr für Ideen

Oft haben Arbeitnehmer Ideen, mit denen der Arbeitsablauf verbessert werden könnte. Doch schrecken sie gelegentlich davor zurück, diese intern zu kommunizieren. Einige Gründe sind:

  • Das Gefühl, nicht gehört zu werden.
  • Die Angst als Queerdenker zu gelten.
  • Sorge vor negativem Feedback.
  • Das Fehlen von Vertrauen in die eignen Fähigkeiten.

Ein Arbeitgeber, der dafür sorgt, dass eine offene Kommunikation möglich ist und diese auch fördert, kann so nicht nur die eigenen Arbeitsweisen effizienter gestalten. Ein Mitarbeiter, der einen eigenen Vorschlag erarbeitet hat und diesen umgesetzt sieht, hat oft auch einen Grund, sich stärker mit dem Unternehmen zu identifizieren, immerhin hat er zu einer Verbesserung beigetragen. 

Alternative Meetingformen

Unternehmensidentifikation mit Teammeetings schaffen
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Ein Weg, um eine offene Kommunikation zu ermöglichen, ist zum Beispiel das Verlegen von Meetings raus aus dem formellen in den informellen Raum. Wenn es sich vom Inhalt des Meetings anbietet, lohnt sich vielleicht ein Spaziermeeting. Bei diesen Meetings herrscht eine völlig andere Atmosphäre, da sie zwangloser erscheinen. Einige Mitarbeiter fühlen sich dadurch bestärkt, sich mit den eigenen Ideen dem Team anzuvertrauen. Außerdem kann durch einen Tapetenwechsel der Abstand zu dem vertrauten Arbeitsplatz helfen, eine andere Perspektive einzunehmen.

Teambuildingmaßnahmen nutzen

Ein anderer Ansatzpunkt ist es, eine Hierarchiestufe niedriger die Identifikation zu erhöhen, also vom Unternehmen ins Team. Denn ein gutes Betriebsklima sorgt dafür, dass das Personal gerne zur Arbeit erscheint und sich eher ein Zugehörigkeitsgefühl einstellt. Teambuildingmaßnahmen können hier das richtige Mittel sein, aber es sollte aufgepasst werden, denn nicht jede Beschäftigung ist für jedes Team die Richtige. 

Es kann sogar aktiv schädlich sein. Sollte es Verstimmung in einer Gruppe geben, ist Paintball nicht das Mittel der Wahl, um diese zu lösen. Aber auch gemeinsames Singen, beispielsweise Karaoke kann hier eher verschlossenen Teammitgliedern unangenehm sein und letztlich dazu führen, dass sich die Teilnehmer unwohl fühlen. Am besten ist es, mit vorher mit dem Teamleiter und den Mitarbeitern selbst zu sprechen, um gemeinsam den besten Ansatz herauszuarbeiten.

Podcasts als Kommunikationsmittel

Eine Option, die mittlerweile von einigen größeren Unternehmen genutzt wird, um eine bessere Kommunikation und Identifikation zu schaffen, ist der Mitarbeiterpodcast. Audi stellt seit 2019 monatlich mindestens einen Podcast auf Google Podcast zur Verfügung, damit sich Mitarbeiter, aber auch Außenstehende ein Bild der momentanen Entwicklung des Konzerns machen können.

Diese Podcasts können Meetings und Mails ersetzen und Informationen auf einer persönlicheren Basis vermitteln. Transparenter und mitarbeiterfreundlicher lassen sich Informationen kaum unter die Belegschaft bringen. Manche Arbeitnehmer berichten davon, dass sie sich diese Podcasts außerhalb der Arbeit anhören, sei es auf dem Weg zur Arbeit oder bei der Hausarbeit. Eine solche freiwillige Beschäftigung mit arbeitsrelevanten Themen zeigt, dass die Hörer sich offensichtlich mit ihrer Arbeit stärker identifizieren. 

Weitere Vorteile von Unternehmensidentifikation

Auch wenn das Anwerben von neuen und das Halten von bestehendem Personal sicher einer der Hauptgründe ist, auf starkes Employer Branding zu setzten, gibt es noch weitere Vorteile.

Ein gemeinsamer Corporate Spirit kann die Produktivität erhöhen, denn wer sich mit seinen Kollegen und den Zielen identifiziert, ist auch eher bereit, höheres Engagement zu zeigen. Ebenso kann der Krankenstand sinken, da Mitarbeiter, die ihre eigene Arbeit als wichtig erachten deutlich seltener krank sind. Und wenn jeder weiß, dass jeder andere seinen Teil zum gemeinsamen Erfolg beiträgt, ist man auch selbst weniger gestresst.

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