IT-Recruiting: Diese Fachbegriffe solltest du kennen

Im IT-Recruiting – speziell im Recruiting von Software-Entwicklern – werden zahlreiche Fachbegriffe verwendet, mit denen man als Recruiter, gerade am Anfang, schnell überfordert ist. Fullstack? Frameworks? Libraries? Was haben all diese Begriffe zu bedeuten?

In diesem Artikel möchten wir Licht ins Dunkel bringen und erklären, was IT-Recruiting ist und wie Software-Entwicklung funktioniert, damit Du die optimale Grundlage für Deine Karriere im IT-Recruiting hast.

Inhalt

  1. Was bedeutet IT-Recruiting bzw. Tech-Recruiting?
  2. Was ist ein IT-Recruiter?
  3. Voraussetzung für einen IT-Recruiter
  4. 6 Fachbegriffe die Tech-Recruiter kennen sollten
    1. Der Software-Architekt, -Entwickler und -Tester
    2. Der Frontend-, Backend- und Fullstack-Entwickler
    3. Programmiersprachen
    4. Frameworks
    5. Bibliotheken (Libraries)
    6. Datenbanken
  5. Autoreninformationen

Was bedeutet IT-Recruiting bzw. Tech-Recruiting?

Das IT-Recruiting umfasst die Suche, das Screening und die Bewertung von Kandidaten, die in einem Unternehmen bestimmte Aufgaben der IT übernehmen sollen. Dazu zählen vor allem die Entwicklung und Wartung von Software sowie der IT-Infrastruktur. Im IT-Recruiting geht es also darum, hochwertige IT-Talente über verschiedene Kanäle zu finden, um die Anforderungen des Unternehmens hinsichtlich seiner IT zu erfüllen. Während das IT-Recruiting die gesamte IT umfasst, kann das Tech-Recruiting als Unterkategorie verstanden werden. Im Tech-Recruiting geht es insbesondere um die Akquise von Software-Entwicklern für die moderne Anwendungsentwicklung, die vor allem auf Cloud und DevOps zur Entwicklung und Verbreitung von Software setzt.

Was ist ein IT-Recruiter?

Angesichts der großen Nachfrage nach IT-Talenten nimmt der weltweite Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte täglich zu. Da wir uns in einem Bewerbermarkt befinden, müssen sowohl die Personalvermittler als auch die Recruiter der Technologieunternehmen kreativ werden, um die besten Mitarbeiter für ihre spezialisierten Positionen zu gewinnen und zu halten.

Ein IT- bzw. ein Tech-Recruiter ist meist Teil des Talent Acquisition Teams eines Unternehmens und auf das Recruiting von IT-Talenten spezialisiert. Deshalb ist ein gutes Verständnis der eingesetzten Technologien, wie z. B. Frameworks, Libraries und Datenbanken, eine wichtige Voraussetzung für einen guten IT- bzw. Tech-Recruiter. Um als Tech-Recruiter erfolgreich zu sein, ist es nicht zwingend notwendig, selbst aus der IT zu kommen. Allerdings muss man in der Lage sein, im kontinuierlichen Austausch mit der Fachabteilung die Anforderungen an geeignete Kandidaten herausarbeiten zu können.

IT-Recruiting mit club of code
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Voraussetzung für einen IT-Recruiter

1. Soziale Kompetenz

Unabhängig davon, ob man nun im IT-Recruiting oder im Non-IT-Recruiting tätig ist – Recruiting setzt soziale Kompetenzen voraus. In der Arbeit mit anderen Menschen geht es darum, die Bedürfnisse des anderen zu verstehen und den anderen bei Bedarf zu beraten. Hierzu gehört Empathie und Interesse am Gegenüber.

2. Technisches Wissen

Die beste Voraussetzung, um als IT-Recruiter erfolgreich zu sein, ist, Interesse an den Themen Software und IT zu haben. Wie überall im Leben ist es einfacher, wenn es einem Spaß macht. Inhaltlich bietet es sich vor allem an, gemeinsam mit dem Fachbereich eine Gewichtung der technischen Fähigkeiten herauszuarbeiten. Deshalb ist es wichtig, die Bedeutung und Rolle von Programmiersprachen, Frameworks und Libraries zu verstehen. Die Hierarchie dieser Begriffe beeinflusst, ob das Profil eines Kandidaten besser oder schlechter auf eine Stelle passt.

6 Fachbegriffe die Tech-Recruiter kennen sollten

Um die Fachbegriffe besser einzuordnen, ist es wichtig zu verstehen, wie Software-Entwicklung im Allgemeinen funktioniert.

Jede Webseite, die du in den Weiten des Internets findest, wurde irgendwann einmal von jemandem entwickelt und wird (meistens) kontinuierlich weiterentwickelt. Das Gleiche gilt außerdem für verschiedene andere Programme; von der Kaffeemaschine bis zur Raumstation – Software ist überall.

Möchte man eine neue Webseite oder eine anderweitige Software entwickeln, muss man sich zunächst mit den Anforderungen und dem Aufbau der jeweiligen Software auseinandersetzen.

Die Frage ist also: Was soll die Software können und wie kann ich dies erreichen?

1. Fachbegriff: Der Software-Architekt, -Entwickler und -Tester

Es geht darum, die “Architektur” der Software zu konstruieren, ehe es an die eigentliche Entwicklung geht. Dies wird in manchen Unternehmen sogar von expliziten Software-Architekten übernommen. Der Software-Entwickler setzt das Vorgegebene dann um bzw. implementiert die Details der Anforderungen. Dazu zählen bestimmte Funktionen wie z. B. die Erstellung eines Nutzerkontos auf einer Webseite. Und um zu testen, ob das, was der Architekt und der Entwickler gemacht haben auch funktioniert, kommt der Software-Tester und prüft das System auf Fehler (Bugs genannt), indem er automatisiert laufende Tests dafür schreibt. Doch nicht immer sind die Rollen so eindeutig getrennt, so dass ein Software-Entwickler häufig alle Rollen einnimmt: Architektur, Entwicklung und Testing. Weitere Unterscheidungen, die im Zusammenhang mit Software-Entwicklern oft zu hören sind, sind Frontend-, Backend- und Fullstack-Entwickler.

2. Fachbegriff: Der Frontend-, Backend- und Fullstack-Entwickler

Der Frontend-Entwickler beschäftigt sich im Wesentlichen mit dem, was Du auf einer Webseite sehen kannst. Er entwickelt die Schnittstelle zwischen Dir und der Software/dem Programm. Er ist beispielsweise auch zuständig für die Umsetzung des Designs einer Website. Ein Designer kann zuvor das Design gestalten. Der Backend-Entwickler kümmert sich um die Prozesse, die im Hintergrund ablaufen, bspw. wenn Du dich auf einer Webseite registrierst. Der Fullstack-Entwickler, Du ahnst es, vereint beide Tätigkeiten.

3. Fachbegriff: Programmiersprachen

Um das Ganze in der Praxis umzusetzen, nutzen Software-Entwickler Programmiersprachen (Languages), Frameworks und Bibliotheken (Libraries).

Programmiersprachen helfen dem Menschen dabei, für ihn und andere Menschen nachvollziehbar auszudrücken, was die Maschine bzw. der Computer am Ende ausführen soll. Doch neben der erreichten Nachvollziehbarkeit stellen einige Programmiersprachen auch sinnvolle Hilfsmittel (Funktionen) zur Verfügung, um bestimmte Aufgaben schneller und einfacher erledigen zu können. Programmiersprachen stellen für den Software-Entwickler das Fundament dar, um Software schreiben zu können. Hierbei sind sich einige Programmiersprachen ähnlicher als andere und jede Programmiersprache wurde mit einem anderen Ziel vor Augen entwickelt. In der Web-Entwicklung ist JavaScript zum Beispiel eine der hauptsächlich genutzten Programmiersprachen. Zu den meistgenutzten und beliebtesten Programmiersprachen gehören, neben JavaScript, auch Java und Python. Aber Vorsicht! Java ist nicht gleich JavaScript!

4. Fachbegriff: Frameworks

Letztendlich dient Software einem zentralen Ziel: Sie soll Probleme lösen, die der Mensch entweder nicht lösen kann oder für deren Lösung er mehr Zeit benötigt, als ein Computer. Um die Umsetzung dieser Problemlösung mittels Software zu vereinfachen, werden häufig – allerdings nicht immer – Frameworks genutzt. Diese geben dem Entwickler eine Struktur vor, nach der er Software schreibt. Meistens erfüllen unterschiedliche Frameworks unterschiedliche Zwecke, sodass ein Framework nur dann gewählt werden sollte, wenn es zur eigentlichen Problemlösung passt. Es hilft dem Entwickler also dabei, zu wissen, wie eine Software umgesetzt werden kann oder soll.

5. Fachbegriff: Bibliotheken (Libraries)

Bibliotheken (Libraries) werden eingesetzt, um bestimmte Aufgaben, die wir innerhalb der Software häufig erledigen müssen, zu vereinfachen. Veranschaulichen wir das Ganze ein wenig. Stellen wir uns vor, dass wir eine virtuellen Stadt entwickeln.

Genauer gesagt: wir wollen das Verkehrssystem einer virtuellen Stadt entwickeln. Wir benötigen Straßen, Zebrastreifen, Ampeln, Parkplätze und noch vieles mehr.

Eine Stadt lässt sich in einem dreidimensionalen Raum darstellen. Wir entscheiden uns daher für eine Programmiersprache, die das koordinieren in einem solchen Raum deutlich vereinfacht. Vielleicht ist diese Programmiersprache sogar explizit auf die Anforderungen eines Verkehrssystems ausgelegt und stellt uns hilfreiche Funktionen zur Verfügung, um z. B. Ampeln miteinander zu vernetzen.

Dann stellt sich die Frage: wie soll unser Verkehrssystem aufgebaut sein? Gilt Rechts- oder Linksverkehr? Wann hat eine Kreuzung Ampeln, wann einen Kreisel? Wie viele Spuren hat eine Autobahn? Gibt es Tempolimits? Wenn ja, wo?

Aufbau eines Frameworks

Um diese Fragen zentral festzulegen nutzen oder erstellen wir ein Framework. Dieses Framework könnte zum Beispiel folgendes vorgeben:

  • Begegnen sich vier Straßen, wird eine Ampelkreuzung genutzt
  • Begegnen sich drei Straßen, wird ein Kreisel genutzt
  • Städte mit über 1.000.000 Einwohner werden untereinander mit Autobahnen vernetzt
  • In jeder Stadt gilt ein Tempolimit von 50 km/h

Über das Framework haben wir nun einige eindeutige Regeln festgelegt, wie unser Verkehrssystem aufgebaut sein soll. Nun geht es an die eigentliche Umsetzung, also das Bauen der Straßen und Kreuzungen.

Ein zentraler Bestandteil unseres Verkehrssystems sind Ampeln. Wir benötigen Ampeln für den Autoverkehr, die Fußgänger, die Straßenbahn und auch für die Züge.

Damit wir nicht immer wieder den gleichen, umfangreichen Code schreiben müssen, erstellen wir kurzerhand eine Bibliothek. Diese Bibliothek enthält eine zentrale Funktion, die wir “buildTrafficLight” nennen. “buildTrafficLight” akzeptiert vier Parameter: die drei Ortskoordinaten “x”, “y” und “z” und einen Parameter “type” (die Art der Ampel, z. B. Autoverkehr). Die Funktion legt dann z. B. automatisch fest, wie hoch die Ampel ist, wie viele Lichter sie hat, ob sie bestimmte Zeichen hat oder wann sie überhaupt leuchtet. Müssen wir also eine Ampel setzen, können wir nun ganz einfach diese Funktion aus unserer Bibliothek nutzen.

Solche Bibliotheken sind i. d. R. auf einen bestimmten Zweck ausgerichtet. Während sich eine nur um das Setzen von Ampeln kümmert, kann eine andere zum Beispiel genutzt werden, um das Errichten des Schienenverkehrs zu vereinfachen.

6. Fachbegriff: Datenbanken

Doch unsere virtuelle Stadt müsste jedes Mal neu errichtet werden, wenn wir die Informationen nicht irgendwo speichern. Hier kommen Datenbanken ins Spiel. Dort hinterlegen wir zum Beispiel, welche Ampel zu welcher Straße gehört, wie viele Parkplätze von Autos belegt sind oder von welcher zu welcher Stadt eine bestimmte Autobahn führt. So wie eine Handy-App auch weiß, was Du zuletzt über diese App gekauft hast, ist so der aktuelle Zustand der virtuellen Stadt in der Datenbank hinterlegt. Zu den populärsten Datenbanken zählen bspw. MySQL, PostgreSQL und MongoDB (https://db-engines.com/de/ranking). Auch hier gilt wie bereits bei den Sprachen und Frameworks bzw. Libraries: jede Datenbank erfüllt einen eigenen Zweck und ist auf bestimmte Anforderungen zugeschnitten.

Exkurs
MongoDB: Ein dokumentenorientiertes Datenbankmanagementsystem, das keine Beschreibung des Tabellenschemas erfordert. Es wird als NoSQL klassifiziert, verwendet JSON-ähnliche Dokumente und ein Datenbankschema. Geschrieben in C++.
MySQL: Ein relationales Datenbankmanagementsystem auf der Grundlage von SQL, das mit webbasierten Anwendungen und Online-Publikationen verbunden ist und auf Linux, UNIX, Windows und anderen Plattformen läuft.
PostgreSQL: Ein objektrelationales Datenbankmanagementsystem (ORDBMS), das am weitesten entwickelte offene Datenbanksystem der Welt, ist eine echte Alternative zu kommerziellen Datenbanken.

Mit diesem Wissen über die Software-Entwicklung und das IT-Recruiting steht Deiner Karriere als Recruiter nichts mehr im Wege.

Autoreninformationen: Thilo Elst

Thilo Elst ist Co-Founder & CEO von Club of Code. Club of Code bringt IT-Talente mit Arbeitgebern zusammen, wodurch Unternehmen ihre Cost-per-Hire bei der Suche nach neuen IT-Mitarbeitern um bis zu 80 % reduzieren können. Als Tech-Recruiter versteht Thilo den Bedarf von Unternehmen und ihren Entwicklungsabteilungen. Diese Expertise bringt er in Club of Code ein und schafft damit die Plattform, die das Tech-Recruiting verdient. Du findest sie unter www.clubofcode.io/companies.

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