Der richtige Umgang mit Lücken im Lebenslauf

Personaler wissen, dass nicht alles im Leben immer rund läuft und einige Umstände dazu führen können, dass der berufliche Werdegang eines Bewerbers nicht wie geplant verläuft. Ein Lebenslauf, der lückenlos von einer beruflichen Tätigkeit in die nächste überläuft, ist selten der Fall. Dennoch ist es wichtig für Bewerber bei längeren oder mehreren Lücken im Lebenslauf, diese im Vorstellungsgespräch anzusprechen und dem Personaler zu erklären. Denn Lücken im Lebenslauf können dazu führen, dass eine Bewerbung abgelehnt wird. 

In diesem Artikel geben wir Ihnen Tipps bezüglich des richtigen Umgangs mit Lücken im Lebenslauf. Doch zunächst, was gilt überhaupt als eine Lücke im Lebenslauf? 

Was gilt als Lücke im Lebenslauf?

Als Lücke wird ein Zeitraum von mindestens zwei Monaten gewertet, in dem der Bewerber keiner beruflichen Tätigkeit nachgegangen ist. Hierfür gibt es zahlreiche Gründe wie beispielsweise eine Krankheit, das Pflegen eines kranken Angehörigen, eine berufliche Orientierungsphase, der Abbruch eines Studiums oder eine Auslandsreise.

Personaler wissen, dass ein Wechsel von einem Job in den nächsten nicht immer nahtlos funktioniert, weshalb ein beschäftigungsfreier Zeitraum von vier bis 6 Wochen zwischen Jobs völlig in Ordnung ist. Überschreitet dieser Zeitraum jedoch die 8 Wochen Marke, können Fragen bei Personalern aufkommen. Fragen bezüglich Lücken im Lebenslauf gehören zu den typischen Fragen im Vorstellungsgepräch, weshalb sich Bewerber in jedem Falle auf diese vorbereiten sollten.

Nicht als Lücke werden Praktika, ehrenamtliche Tätigkeiten, Weiterbildungen oder eine Reise gewertet.

Warum sehen Personaler Lücken im Lebenslauf nicht gerne?

Personaler sehen Lücken im Lebenslauf nicht gerne, einfach aus dem Grund, weil sie nicht wissen, was der Bewerber in dieser Zeit gemacht hat. Dieses Unwissen erschwert ihnen die Beurteilung der Eignung des Bewerbers für den Job. Vor allem mehrere Lücken lassen Personaler aufhorchen und können dazu führen, dass sie sich fragen, ob der Bewerber etwas verheimlichen möchte. Allerdings sind Lücken im Lebenslauf an sich nicht unbedingt negativ zu bewerten. Lücken, die unerklärt bleiben, sind jene, die problematisch werden können. 

Wenn Sie in der Lage sind, Lücken im Lebenslauf gut zu erklären, sollten sich diese nicht negativ auf Ihre Bewerbungen auswirken. In einigen Fällen kann eine gut beschriebene Beschäftigungslücke sogar zu einem wichtigen Verkaufsargument für Sie werden.

1. Strukturieren Sie Ihre Antwort

Je nach Länge der Lücke sollten Sie im Anschreiben bereits den Arbeitgeber auf diese hinweisen, und im Vorstellungsgespräch weiter erläutern. Lebensläufe, in denen einzig Jahresangaben statt Monate angegeben sind, fallen Personalern direkt ins Auge. Strukturieren Sie daher Ihre Antwort und erklären Sie dem Personaler, warum es konkret zu der Lücke kam. Es gibt einige Fälle, bei denen Sie nicht zu sehr ins Detail gehen müssen, wie beispielsweise bei einer Krankheit oder der Pflege eines Angehörigen. In anderen Fällen, sollten Sie erläutern, warum Sie in dieser Zeit eine Auszeit hatten und was Sie stattdessen gemacht haben. Es ist wichtig, dem Personaler zu verdeutlichen, dass Sie proaktiv waren oder etwas Produktives getan haben. Nennen Sie je nach Tätigkeit, welche konkreten Fähigkeiten Sie während dieser Zeit erworben haben. Wenn Sie diese Fähigkeiten noch mit Anforderungen der Stelle verknüpfen können, können Sie Ihre Lücke zu etwas Positivem umwandeln. 

2. Bleiben Sie ehrlich

Die meisten Arbeitgeber werden Ihren Hintergrund überprüfen, bevor sie Sie zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie von Anfang an ehrlich sind, was Ihren beruflichen Hintergrund angeht. Es ist besser ehrlich auf eine Lücke einzugehen, statt diese zu verschweigen und Raum für Spekulationen zu lassen. Auch sollten Sie niemals die Beschäftigungszeit einer früheren Stelle verlängern oder ungenaue Zeitangaben machen, nur um eine Lücke zu vertuschen. Es ist durchaus möglich, dass der Personaler bei Ihrem früheren Arbeitgeber anruft, um sich nach Ihrem Beschäftigungszeitraum zu erkundigen.

3. Weisen Sie auf anderes Positives hin 

Ihr beruflicher Werdegang ist selbstverständlich wichtig, jedoch wirken sich auch andere Tätigkeiten wie ehrenamtliches Engagement, Freiwilligenarbeit oder die Teilnahme an Kursen positiv auf Ihre Bewerbung aus. Sofern Sie während Ihrer beruflichen Auszeit, eine dieser Tätigkeiten unternommen haben, sollten Sie diese in jedem Falle während des Vorstellungsgesprächs erwähnen. Fassen Sie frühere Tätigkeiten zusammen und heben Sie persönlichen Stärken sowie Ihre größten Erfolge hervor. 

4. Seien Sie proaktiv

Haben Sie Schwierigkeiten eine Stelle zu finden, und Sie vermuten, dass die Lücke in Ihrem Lebenslauf daran Schuld ist? Seien Sie proaktiv und nutzen Sie die Zeit sich professionell beraten zu lassen oder einen Umschulungs- oder Weiterbildungskurs zu besuchen. Damit signalisieren Sie dem Personaler, dass Sie Ihre Zeit sinnvoll nutzen und motiviert sind.  

Fazit

Entschuldigen Sie sich nicht für Ihre Lücken im Lebenslauf. Es ist vollkommen in Ordnung, sich eine Auszeit zu nehmen. Eine Vielzahl an Bewerben weisen keinen geradlinigen beruflichen Werdegang auf. Der richtige Umgang mit Lücken im Lebenslauf ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg. Bleiben Sie ehrlich und versuchen Sie stets, die Lücke frühzeitig und strukturiert anzusprechen, damit sich der Personaler auf den Rest Ihres Lebenslaufs konzentrieren kann. Hierbei sollten Sie stets eine offene Haltung gegenüber potenziellen Rückfragen haben. Auf diese Weise überzeugen Sie den Personaler noch mehr von Ihnen.

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